Treffen der CDU/Bürgervereinigung zur mittelfristigen Finanzplanung
  
Neben der Bürgermeisterwahl ging es beim letzten Treffen der CDU/Bürgervereinigung um einige aktuelle inhaltliche Themen. Basierend aufs Zahlen anlässlich des Haushalt 2010 wurde eine Projektion der mittelfristigen Finanzplanung bis 2014 entworfen. Selbstverständlich werden sich diese Zahlen noch verändern, momentan kann ja nicht einmal die Entwicklung der Wirtschaft genau eingeschätzt werden. Deutlich wurde aber, dass bis 2014 aller Voraussicht nach neben sonstiger nötiger Ausgaben auch im Sanierungsbereich die finanziellen Anteile der Gemeinde:
  • für die Sanierung Bammental Süd (Generalüberholung der Brücke beim Anna-Scherer Haus, Kreisel beim Tengelmann, Sanierung der Hauptstraβe, etc.),
  • für den ersten Teil einer Sanierung des Schwimmbadviertels sowie
  • für den Bau eines Regenrückhaltebeckens am Weihwiesenbach und
  • für den Bau eines Multifunktionsgebäudes aufgebracht werden können.
Die Zuschussbedingungen mit über 70% Landesmittel für das Rückhaltebecken (geschätzte Gesamtkosten 2 Mio €) gelten nach Aussage der Verwaltung nur, wenn die Planung sofort begonnen wird. Mit Einführung der Ganztagesschule an der Werkrealschule und dem offenen Ganztagesangebot am Gymnasium sowie der aktuell noch hohen Anmeldezahlen ist ein Multifunktionsgebäude aktuell ebenfalls nötig. Daher sollten beide Projekte nach Ansicht der Anwesenden 2011/12 umgesetzt werden. Falls der Ausgleich der Finanzplanung erst bis 2014 möglich sei, konnten sich die Anwesenden dabei auch eine vorübergehende Neuverschuldung vorstellen. In jedem Fall sollte selbstverständlich so sparsam als möglich gewirtschaftet werden.
Weitere Anliegen aus der Veranstaltung der CDU/Bürgervereinigung betrafen vor allem das Thema Verkehr. So wünschen sich viele eine Direktanbindung des Industriegebiets an die B45. Aufgrund der Kosten und der Vorgeschichte kann das allerdings allenfalls ein langfristiges Ziel sein.  Beim Bau des geplanten Kreisels beim Tengelmann wird auf einen sicheren Übergang über die K 4160 wert zu legen sein, insbesondere für die Senioren des Anna-Scherer Hauses.
Zentrales Thema bei der Diskussion zum Verkehr war einmal mehr die Friedensbrücke. In den letzten fünf Jahren ist hier die Planung leider überhaupt nicht vorangekommen. Da der Neubau einer Brücke elsenzabwärts wegen des dortigen Überschwemmungsgebietes nicht möglich ist, kann die existierende Brücke ersetzt bzw. verbreitert werden oder durch einen Steg für Fuβgänger und Radfahrer ergänzt werden. Die Herausforderung ist in jedem Fall, die Kreuzung der Fuβgänger und Radfahrer auf den Weg nach Wiesenbach oder zur Schubertstraβe so gefahrlos als möglich zu bewerkstelligen. Viele der Anwesenden favorisierten die Lösung mit einem Steg. Es wurde auch ins Gespräch gebracht, solch einen Steg z.B: gegenüber der Schuberstraβe zu realisieren.
Vor dem Hintergrund der Diskussion um eine Ost-West Transversale aus dem Neckar-Odenwaldkreis in die Rheinebene stand zum Abschluss des Treffen der CDU/Bürgervereinigung das Vorgehen bezüglich einer Ortsumgehung für Bammental im Mittelpunkt.  Aufgrund der Kosten von über 400 Mio € haben CDU und SPD Fraktion in der Metropolregion weitere Planungen für die komplett neue Ost-West Transversale abgelehnt. Nun haben die betroffenen Gemeinden die Möglichkeit ihre Wünsche insbesondere nach lokalen Verbesserungen in die Diskussion einzubringen. Eine der vorgeschlagenen Trassen für eine Ost-West Transversale hätte eine Ortsumgehung für Gaiberg und Bammental enthalten. In groben Linien folgt diese Trasse Vorschlägen, die vor Jahrzehnten in der Diplomarbeit von Herrn Barth untersucht worden waren. Von der Verbindungsstraβe B 45 nach Waldhilsbach abzweigend würde mit einem Tunnel der Bammertsberg passiert. Im Anschluss würde die Straβe auf einem Damm durch das Weihwiesenbachtal bei der Totenweghütte geführt, um dann in einem weiteren Tunnel unterhalb Gaiberg oder zwischen Gaiberg und Lingental wieder oberirdisch zu verlaufen.  Um 1980 mit ca. 100 Mio DM grob geschätzt, würde dieser Abschnitt heute sicherlich nicht für unter 100 Mio € zu haben sein. Falls sich mit der demografischen Entwicklung und einer Abwanderung aus dem ländlichen Raum der Durchgangsverkehr in Bammental und Gaiberg reduziert, wird eine Umgehung vielleicht nicht benötigt. Auf der anderen Seite endet der Tunnel zur Altstadtumgehung von Neckargemünd auf der B45. Laut RNZ gibt es Bestrebungen Kleingemünd mit einer Autobrücke entlang der heutigen Bahnbrücke über den Neckar zu entlasten und diesen Verkehr ebenfalls durch den Neckargemünder Tunnel zu führen. Sollte im Rahmen der Stadt am Fluss der Verkehr auf der B37 reduziert werden, müssten Bammental und Gaiberg plötzlich mit erheblich zusätzlichem Verkehr rechnen. Da solch eine langfristige Entwicklung heute nicht abgeschätzt werden kann, waren sich die Anwesenden einig, dass die Gemeinde Bammental nach Möglichkeit gemeinsam mit Gaiberg eine Aufnahme der Umgehung Bammentals in den Generalverkehrsplan beantragen soll. Erst dann sind überhaupt detaillierte Planungen möglich. D.h. über eine tatsächliche Trassenführung wäre erst in Jahrzehnten zu diskutieren. Aufgrund der hohen Kosten für einen Bau wäre mit einem Antrag auf Aufnahme in den Generalverkehrsplan in keinem Fall eine Vorfestlegung getroffenen, dass eine Umgehung tatsächlich jemals realisiert wird. Lediglich eine Option hätte sich unsere Gemeinde damit geöffnet. Diese Option allerdings sollte man sich nicht vergeben.
Dr. Albrecht Schütte